Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Bad Ems als "Fair-Trade-Town"

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Sitzung:24.03.2015   08/SRBE/15 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßt der Vorsitzende Herrn Gerth Stecher (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Eine Welt Bad Ems e. V.“ sowie Herrn Ulrich Wahlers (Mitglied dieser Arbeitsgemeinschaft).

 

Die Kampagne „Fair-Trade-Towns“ war bereits vor einiger Zeit einmal Gegenstand eines Vortrages der Herren Stecher und Wahlers im Stadtrat gewesen; da seit der letzten Kommunalwahl viele Ratsmitglieder neu in den Stadtrat gewählt wurden, soll auch dem neu gebildeten Stadtrat der Inhalt der Kampagne „Fair-Trade-Town“ noch einmal vorgestellt werden. Hierfür haben sich die Herren Stecher und Wahlers ausdrücklich bereiterklärt.

 

Die Herren Stecher und Wahlers gehen zunächst auf die Hintergründe und die Entstehung der Kampagne „Fair-Trade“ ein. Ziele und Aufgaben dieser Kampagne werden eingehend dargestellt. Die Stadt Bad Ems habe schon einige Erfahrungen auf dem Gebiet des fairen Handels gesammelt, da bereits verschiedene Fair Trade Produkte im Verkauf seien. Wenn eine Kommune den Status einer „Fair-Trade-Stadt“ erlange, werde dies durch ein entsprechendes „Fair-Trade-Siegel“ dokumentiert; dadurch könne auch das Ansehen einer Kommune gesteigert werden.

 

Beigeordneter Krämer erscheint zur Sitzung.

 

Anschließend stellt Herr Stecher im Rahmen eines Beamer-Vortrages die generelle Entwicklung der Kampagne „Fair-Trade-Towns“ dar. Ausgangspunkt der Kampagne war eine Stadt in Großbritanien, der als erster Stadt dieser Status verliehen wurde. Zwischenzeitlich hätten ca. 500 Städte in Großbritanien den Status einer „Fair-Trade-Town“. Weltweit seien derzeit ca. 1.500 Städte als „Fair-Trade-Town“ anerkannt. Die Kampagne habe daher erheblich an Fahrt aufgenommen. In Deutschland haben derzeit bereits über 300 Städte den Status einer „Fair-Tade-Town“. In der näheren Region gelte dies auch für die Städte Lahnstein, Andernach, Mayen und Limburg. Auch Bad Ems biete gute Voraussetzungen dafür, den Status einer „Fair-Trade-Stadt“ zu erlangen. Trägerorganisation der Kampagne ist der Verein „TransFair“. Dieser vergebe auch das sogenannte „Fair-Trade-Siegel“. Die Bedeutung liege darin, dass die Produkte dann nach internationalen Fair-Trade-Standards gehandelt werden.

 

Herr Stecher geht sodann nochmals auf die Kriterien ein, die für eine Anerkennung als „Fair-Trade-Stadt“ erfüllt sein müssen. Dies sind im Einzelnen:

 

  1. Ratsbeschluss zur Verwendung von „Fair-Trade-Produkten“ bei Sitzungen.

 

  1. Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe (bestehend aus Vertretern der Politik, der Wirtschaft sowie der Zivilgesellschaft), die vor Ort die entsprechenden Aktivitäten koordiniert.

 

  1. Gewährleistung der Verfügbarkeit von „Fair-Trade-Produkten“ im Einzelhandel und der Gastronomie (für den Bereich der Stadt Bad Ems mit ca. 10.000 Einwohnern bedeutet dies, dass in vier Einzelhandelsgeschäften und zwei Gaststätten „Fair-Trade-Produkte“ verfügbar sein müssen).

 

  1. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten müssen ebenfalls entsprechend „Fair-Trade-Produkte“ verwendet werden. Für die Stadt Bad Ems bedeutet dies von ihrer Einwohnerzahl her, dass mindestens in einem Verein, einer Schule und einem Kindergarten entsprechende Produkte zu verwenden seien. Ferner sei in diesen Einrichtungen entsprechende Bildungsarbeit für die Verwendung von „Fair-Trade-Produkten“ zu leisten.

 

  1. Schließlich seien Berichte in den lokalen Medien über die Aktivitäten als „Fair-Trade-Stadt“ notwendig.

 

Herr Stecher geht anschließend kurz auf den Verfahrensablauf ein, der zur Anerkennung als Fair-Trade-Stadt notwendig ist. Am Ende des Verfahrens stehe eine entsprechende Auszeichnung der jeweiligen Kommunen durch Verleihung einer Urkunde im Rahmen einer entsprechenden Zeremonie. Der Status als „Fair-Trade-Stadt“ wird zunächst auf die Dauer von zwei Jahren verliehen; später werden die Voraussetzungen für eine weitere Zuerkennung dieser Eigenschaft in regelmäßigen Abständen erneut überprüft. Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft sprechen verschiedene Gründe auch für die Stadt Bad Ems, sich an einer „Fair-Trade-Kampagne“ zu beteiligen (Zusammenwirken der Kräfte in der Stadt, Imagesteigerung der Stadt Bad Ems, Gewinn von Internationalität, Leistung eines Beitrages zur Verbreitung des fairen Handels). In Bad Ems habe –wie bereits dargelegt – „Fair Trade“ schon eine längere Tradition.

 

Im Anschluss daran bedankt sich der Vorsitzende bei Herrn Stecher und Herrn Wahlers für die Erläuterungen.

 

Im Anschluss daran werden verschiedene Einzelfragen einzelner Ratsmitglieder von Herrn Stecher beantwortet.

 

Im Rahmen der sich anschließenden Aussprache wird die „Fair-Trade-Kampagne“ auch in Bezug auf die Stadt Bad Ems als sehr positiv und begrüßenswert erachtet.

 

Seitens der SPD-Fraktion wird die Frage aufgeworfen, wer im Einzelnen Mitglied der zu bildenden Lenkungsgruppe werden solle.

 

Herr Stecher führt daraufhin aus, dass üblicherweise auch ein Vertreter der Stadt Bad Ems Mitglied der Lenkungsgruppe sein sollte.

 

Die Arbeitsgemeinschaft „Eine-Welt-Bad Ems e. V.“ sei jedoch bereit, sich ebenfalls in die Arbeit der Lenkungsgruppe einzubringen. Seiner Einschätzung nach werde jedoch die Leitung dieser Lenkungsgruppe durch einen Vertreter der Stadt Bad Ems sinnvoll und wünschenswert sein.

 

Seitens der CDU-Fraktion wird angeregt, auch den Gewerbeverein „Bad Ems plus“ in die Arbeit der Lenkungsgruppe mit einzubinden. Gerade die Gewerbetreibenden seien Zielgruppe und Ansprechpartner der entsprechenden „Fair-Trade-Kampagne“.

 

Seitens der FWG-Fraktion wird vorgeschlagen, evtl. die Schirmherrschaft durch den Stadtbürgermeister oder einen Beigeordneten zu übernehmen.

 

Ratsmitglied Reiländer stellt die Frage in den Raum, welche Verfahrensschritte nun notwendig seien, um ein entsprechendes Anerkennungsverfahren in Bezug auf die Stadt Bad Ems anzustoßen. Er hält es für sinnvoll, dass der Stadtrat baldmöglichst in einer der nächsten Sitzungen einen entsprechenden Beschluss fasst. Die Vertreter der einzelnen Fraktionen sollten nach Möglichkeit bereits für die nächste Sitzung des Hauptausschusses Vorschläge unterbreiten, wer im Einzelnen Mitglied der zu bildenden Lenkungsgruppe sein sollte. Die SPD-Fraktion werde einen entsprechenden Antrag für die Beratung in den Gremien vorlegen.

 

Der Vorsitzende spricht die Bitte an die Arbeitsgemeinschaft „Eine-Welt Bad Ems e. V.“ aus, die Stadt Bad Ems bei der Vorbereitung eines entsprechenden Antrages zur Anerkennung als „Fair-Trade-Stadt“ nach Kräften zu unterstützen. Es wird darauf hingewiesen, dass im Internet Muster aus dem Bereich der Stadt Mayen über entsprechende Beschlussvorschläge für die notwendigen Beschlüsse zur Einleitung des Verfahrens mit dem Ziel der Anerkennung als „Fair-Trade-Stadt“ abrufbar seien.

 

Herr Stecher verteilt anschließend noch entsprechendes Informationsmaterial an die anwesenden Ratsmitglieder.

 

Der Vorsitzende fasst die bisherigen Ausführungen zusammen und schlägt vor, die Angelegenheit auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 21.04.2015 und des Stadtrates am 05.05.2015 zu setzen.

 

Einstimmig sprechen sich die anwesenden Ratsmitglieder dafür aus, dass entsprechend verfahren wird.

 

 

Die Herren Stecher und Wahlers verlassen anschließend die Sitzung.